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vom 22. Juli 2001

peruanisches Altiplano

Sonntagsausflug auf peruanisch,...

...und Almauftrieb auf peruanisch

ausgesetzte Pisten...

...an tiefen Tälern entlang

La Oroya

faszinierende Schluchten

wie am Stilfser Joch

von Schnee umgeben...

...auf fast 5.000 Meter

Michis Schuster

Unser nächstes Ziel ist Huaraz, das Mekka aller Wanderer und Bergsteiger. Bis dahin sind es allerdings noch ein paar Tage, und über 1.000 km.
Heute geht es noch über eine gut ausgebaute, asphaltierte Strasse landeinwärts, also wieder nach oben. Auf 4.746 m finden wir auf der Passhöhe die übliche Landschaft vor, eisiges Altiplano und Alpacas, denen die Kälte nichts ausmacht, im Gegensatz zu mir, ich hab sie langsam aber sicher gründlich satt und will eigentlich nur noch in den Sommer.
Noch ist es leider nicht soweit, und die Alpacas werden uns noch eine ganze Zeitlang begleiten. Gehütet werden diese Herden von ziemlich lästigen Hunden, die sich wohl in die Pflicht gerufen fühlen, sobald ein Fahrzeug, und noch viel lieber ein Motorrad ihre Ruhe stört. Laut kläffend und bellend stürzen sie sich uns immer in selbstmörderischer Manier entgegen. Normalerweise bremse ich dann immer ab, um im äussersten Notfall noch rechtzeitig stehenbleiben zu können. Nur diesmal hab ich entweder geträumt, oder die beiden Köter sind so unerwartet und schnell aus dem Nichts hervorgeschossen, dass es schon fast für alles zu spät ist. Direkt vor mir bellt einer der beiden noch Michi hinterher, ich bremse, aber das geht sich wohl nicht mehr aus, ich sehe ihn schon unter dem Vorderrad, und finde mich damit ab, gleich über ihn hinwegzurollen. Zu seinem eigenen Glück schafft er es aber scheinbar in letzter Sekunde, sich zur Seite aus dem Staub zu machen. Denn als ich die Augen wieder öffne, sehe ich ihn nur noch im Rückspiegel, ich kann ihn allenfalls gestreift haben, denn ich hab weder was gespürt noch hab ich ihn jaulen gehört. Dennoch brauche ich erst noch ne Viertelstunde, bis mein Herz nach diesem Schreck wieder seinen normalen Rhythmus findet.
Auf der Weiterfahrt hinter dem Pass hinab ins Tal wird es schnell wieder wärmer, endlich lohnt sich eine Pause an einem kleinen Strassenrestaurant, an dem frische Forelle serviert wird. Hier steht auch schon ein weiteres Mopped, eine 250-er Honda XL, und wir fragen uns, wem sie wohl gehört, denn hier sitzt ausser uns nur eine vierköpfige Familie.
Sie erzählen uns, dass sie von Ayacucho aus ihren Sonntagsausflug hierher gemacht haben, und tatsächlich zu viert auf der kleinen Maschine unterwegs sind. Der Papa hat sogar extra Fussrasten an den Tank konstruiert, damit das Töchterchen bequemer darauf sitzen kann. Unglaublich!!
Sie sind kaum aufgebrochen, da trauen wir schon wieder unseren Augen und Ohren kaum. Da kommt uns doch tatsächlich eine ganze Herde laut tönender Lamas entgegen, alle mit ihrem roten Kopfschmuck und die meisten mit Glocken um den Hals, original wie bei einem Schweizer Almabtrieb.
Gegen 17.00 erreichen wir endlich Ayacucho, wo wir nicht lange suchen müssen, und ganz zentral im Plaza Hotel absteigen können. Anschliessend reicht es sogar noch für einen kurzen Spaziergang, bevor es dunkel wird. Sonderlich beeindrucken tut uns die Stadt allerdings nicht, obwohl sie im Reiseführer als eine der schönsten nach Cusco gepriesen wird. Da muss wohl wer irgendwas verwechselt haben.

23.07.2001
Der Ort ist auch nicht unbedingt auf ausländische Touristen eingestellt, viele verirren sich wohl nicht hierher. Es ist jedenfalls gar nicht so einfach, ein Lokal aufzutreiben, wo wir ein Frühstück bekommen können. Schliesslich werden wir doch fündig, wir sind zwar zunächst etwas skeptisch, aber die Haferflockenmilch schmeckt hervorragend, nur den Teller mit Fleisch und Reis gebe ich komplett an Michi ab, für mich ist das noch nichts so früh am Morgen.
Da sich also schnell gezeigt hatte, dass es hier nicht sehr viel zu entdecken gibt, bietet es sich an, den Tag zum Arbeiten zu nutzen. Ab und zu muss das ja auch sein. Der Manu-Bericht ist endlich fertig und muss ins Netz. Also suche ich ein I-Cafe auf, das sich sogar mit einer Satellitenverbindung rühmt. Bisher dachte ich immer, das wäre schneller, aber hier gebe ich es bald auf, trotz Satellit geht einfach nichts weiter.
Genauso vergeblich macht Michi sich mal wieder in Sachen Düsensammlung auf die Suche nach dem örtlichen Yamaha-Händler, den er in den gelben Seiten gefunden hat.
Der Tag ist dennoch nicht ganz verloren. Der Stadtbummel am Nachmittag lenkt mich regelrecht direkt zu einer Hose, wie ich sie schon länger suche, die mir auch noch passt wie angegossen, und die ich daher wenig später mein eigen nennen darf. Welch ein Gefühl, endlich mal wieder ein etwas ordentlicheres Kleidungsstück zu tragen. Das trifft sich ganz gut, langsam war ich es sowieso schon leid, ständig in derselben Kluft zu stecken. Fast fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Jetzt muss ich nur noch zum Friseur, das ist auch längst überfällig. Und es gibt hier sogar eine Strasse mit einem Friseurladen neben dem anderen. Aber keiner davon wirkt wirklich vertrauenserweckend. Die Aktion verschiebe ich mal lieber noch.
Wie wir später am Abend wieder an der Plaza auf einer Parkbank sitzen, läuft uns auf einmal die Holländerin Mariana über den Weg, die auch schon beim Dschungeltrip dabei war. Sie ist heut Nachmittag hier angekommen, und will von hier aus an die Küste im Süden. Mit ihr zusammen gehen wir zum Essen, danach trennen sich wieder unsere Wege.

24.07.2001
Weil Michi seinen Reiseführer immer erst im Nachhinein liest, merkt er erst jetzt, dass er eigentlich lieber über Huancavelica fahren würde. Weniger wegen des Ortes selber, der wohl auch ganz nett sein soll, als vielmehr natürlich wegen der mal wieder als 'rough road' beschriebenen Strecke, die zugleich mit über 5.000 m Höhe der höchste Pass der Welt sein soll.
Also müssen wir erst den halben Weg wieder zurück Richtung Pisco, über die Asphaltstrasse und den Paso Alpacheta. Weit dahinter geht erst irgendwann der Abzweig ab. Unsere Karten sind beide völlig falsch, die Strassenverläufe sind frei erfunden, und nur den ausführlichen Auskünften der freundlichen Peruaner am Wegrand haben wir es zu verdanken, dass wir uns nicht völlig verfransen.
Immerhin, diesmal behält der Führer recht. Eine anstrengende Schlaglochpiste der übelsten Sorte rüttelt uns mächtig durch, und versetzt uns einen Schlag nach dem anderen. Für diese Mühen werden wir aber auch mit einer grandiosen Aussicht entlohnt. Damit hätten wir hier gar nicht gerechnet, Altiplano vom Feinsten, mit Lagunen und den obligaten Lamas und Alpacas.
Ob es nun wirklich der höchste Pass ist, bleibt dahingestellt. Eigentlich kommt er uns so hoch gar nicht vor, aber wir haben keinen Höhenmesser dabei. Nur die Luftblase in Michis Kompass lässt ungefähre Rückschlüsse zu, und sie ist schon ungewöhnlich gross.
Trotz der Kälte machen wir, oben angekommen, unsere wohlverdiente Pause, mit Blick auf die unter uns liegende Lagune und die Gipfel darum herum. Nur lange können wir das gar nicht geniessen, denn genau über uns hat sich eine Schlechtwetterfront zusammengebraut, die sich ausgerechnet jetzt entladen will. Wir sind kaum vom Mopped gestiegen, da beginnt es auch schon zu schneien. So stopfen wir nur eilig unser mitgebrachtes Brot in uns hinein, wobei uns ein neugieriger Lama-Hirte Gesellschaft leistet. Er erzählt uns, dass es letztes Jahr hier so hoch Schnee gegeben hat, dass die Strecke unpassierbar blieb. Das gibt zu denken, und wir sehen lieber zu, dass wir weiter kommen, rechtzeitig bevor wir jetzt von der Aussenwelt abgeschnitten werden.
Zum Glück lassen wir das Niederschlagsgebiet bald hinter uns, vor uns leuchtet wieder blauer Himmel, und nach schier endlosen 130 km Schotter und Schlaglöchern kommen wir doch noch, total erledigt und eingestaubt, in Huancavelica an. Das Hotel Ascension ist dennoch bereit, uns Obdach zu geben.
Das Dorf ist uns auf Anhieb sympathischer als Ayacucho. Wenn es bloss nicht schon wieder regnen würde. Für Schnee sind wir hier auf 3.500 m wohl schon wieder zu tief unten. Anyway, wir retten uns ins I-Cafe, das sogar eine erstaunlich schnelle Verbindung hat. Nebenan gehen wir anschliessend chinesisch essen, denn was für den Deutschen die Pizzerien, sind für den Peruaner die Chinesen. An jeder 2. Ecke sind sie zu finden.

25.07.2001
Es ist halb sieben, und wie jeden Morgen um diese Zeit steht Michi auf und geht ins Bad. Doch, welch Wunder, heute legt er sich gleich danach wieder hin. Da stimmt was nicht, er muss krank sein!
In der Tat fühlt er sich nicht wohl. Trotzdem, hierbleiben will er auch nicht, also brechen wir auf ins 150 km entfernte Huancayo.
Anfangs ist die nun wieder asphaltierte Strasse noch recht passabel, aber schon bald können wir den immer zahlreicher werdenden Schlaglöchern wieder nicht mehr ausweichen. Als hätte ich nicht schon genug damit zu tun, einigermassen vernünftig um die engen Kurven zu kommen, jetzt muss ich auch noch darauf achten, dabei nicht von einem Schlagloch ins nächste zu fallen. Keine leichte Aufgabe.
Die Strasse folgt hier übrigens auch in etwa der Bahnstrecke, die von Lima her kommt, und die die höchste der Welt ist.
Erst die 2. Hälfte der Strecke ist wieder ebener, man könnte wieder etwas entspannter fahren, wenn es nicht auf einer ausgesetzten, einspurigen Piste den erschreckend tiefen Abgrund entlang ginge.
Der letzte Abschnitt wird dann endgültig zum Slalomlauf. Wo die Piste nicht ausschaut wie ein Schweizer Käse, da wird gerade an einer kurzen Trasse der neuen Asphaltstrasse gebaut, und wir müssen nicht nur Baufahrzeugen ausweichen, sondern auch irgendwie den sich durchschlängelnden, gerade mal im Schrittempo vorankommenden und uns in eine fette, undurchsichtige Staubwolke hüllenden Auto- und LKW-Verkehr überholen. Nicht zu vergessen die unermüdlichen Hunde. Damit noch nicht genug, ziehen immer wieder tanzende und musizierende Menschentrauben den Santiago feiernd durch die Strassen, halten den Verkehr auf und laden uns zum Mittrinken und -feiern ein. Nicht wenige haben dabei schon viel zu tief ins Glas geschaut, und torkeln in aller Seelenruhe über die Strasse. Je näher wir Huancayo kommen, umso dichter wird der Verkehr, und umso grösser wird das Chaos. Ich bin heilfroh, als wir endlich an der Plaza halten und etwas abschalten können.
Aber wir haben es noch nicht geschafft. Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft erweist sich aufgrund der bevorstehenden Nationalfeiertage als wesentlich schwieriger als sonst. Die meisten sind bereits jetzt ausgebucht, und ich klappere ein Hostal nach dem anderen ab, bis ich am Ende doch noch ein angemessenes Zimmer auftreiben kann. Gerade rechtzeitig, bevor es am Abend wieder zu regnen beginnt. Glück gehabt.
Heute stört uns das Wetter überhaupt nicht mehr, denn wir fallen nur noch ins Bett. Michi, der sich immer noch nicht wohlfühlt, legt sich gleich hin, und ich höre lediglich noch auf meinen knurrenden Magen. Gleich gegenüber, um nicht mehr weit laufen zu müssen, schaffe ich dem noch eilig Abhilfe.

26.07.2001
Immer weiter geht es, und wir sind froh über diese Etappe mit reiner Asphaltstrasse, ohne lästige Schlaglöcher. So kommen wir ausnahmsweise richtig gut voran.
Auf halber Strecke kommen wir nach La Oroya, dem metallurgischen Zentrum von Peru. Schon von weitem zu erahnen durch die diesige Luft, und dann unverkennbar an dem imposanten, hässlichen Kraftwerk zu erkennen.
Hier wundern wir uns nur, wieso ausgerechnet hier der gesamte Verkehr auf einmal eine Pause einlegen will, auch wenn gerade Mittagszeit ist, so gibt es sicher wahrlich schönere Plätze.
Wenig später ist uns alles klar, als wir uns langsam durch einen riesigen Menschenauflauf im Zentrum kämpfen. Mit den Moppeds ist es schon eng, und auch nervig, denn ständig langen einem irgendwelche Kinderhände an den Lenker oder an den Helm. Mit dem Auto wäre hier an ein Durchkommen nicht mehr zu denken.
So steht auch schon am Ortsausgang in Gegenrichtung eine lange Schlange und wartet auf das Ende der Feierlichkeiten, die noch nicht mal begonnen haben. Fast könnten sie einem leid tun, dass sie nun stundenlang hier feststecken, hätten sie sich nicht so dreist in Zweier- und Dreierreihen aufgestellt, sodass wir uns nun wie bei der Strassenblockade in Bolivien im Slalom durchzwängen müssen.
Insgesamt schaffen wir heute die 360 km bis Huánuco. Das Städtchen besticht mit seiner schönen, grosszügigen Plaza, an der auch gleich das Real Hotel liegt, das für diese Nacht unser Zuhause sein wird.
Am Abend nutzen wir die Gelegenheit und besuchen die hauseigene Diskothek nebenan. Ich brauch mich nicht mal umziehen, ich hab meine neue Ausgehhose schon an. Der Laden ist allerdings so schlecht, dass wir nicht sonderlich lange ausharren. Lieber geniessen wir draussen noch eine Weile das angenehm warme Klima, wenngleich bei leichtem Nieselregen, am ebenso hauseigenen Pool, in dessen Genuss wir diesmal leider nicht kommen werden.

27.07.2001
Es sieht nicht gut aus, der Himmel ist ziemlich bewölkt. Aber bisher hat es immer nur abends geregnet, also riskieren wir es und fahren trotzdem weiter. Vor uns liegt wieder eine Schotterpiste, die uns über La Unión direkt nach Huaraz führen soll, und die kaum einer zu kennen scheint. Denn bisher haben uns immer alle versichert, man könne von Huánuco nur über Lima nach Huaraz kommen. Das wollen wir doch mal sehen! Denn auf unserer Karte ist da durchaus eine Strasse eingezeichnet, wenn auch nur ganz dünn, und ohne Kilometerangaben.
An der Tankstelle erfahren wir, dass die Trucks wohl 6 Stunden brauchen bis La Unión. Das müssten wir schneller schaffen.
Laut Michi ist es eine teilweise schön ausgesetzte, kurvige Strasse durch ein Flusstal, das sich mitunter zur Schlucht verengt. Ich selber bekomme von der Umgebung nicht viel mit. Ich hab nämlich beschlossen, heute mal etwas mehr Gas zu geben, das erfordert meine ganze Konzentration. Dafür ist das heut genau das richtige, beschissene Wetter. Da versäum ich dann nicht soviel. Bloss der tatsächlich einsetzende Regen müsste nun doch nicht sein.
Obwohl er natürlich schon einen Vorteil hat, so ist wenigstens die Strasse nicht mehr so staubtrocken, und wir werden nicht so eingenebelt von den ganzen Bussen und Trucks, die am Morgen vor uns losgefahren sind, und die wir nun einen nach dem anderen einholen.
Es trifft sich ganz glücklich, dass wir den gesamten Verkehr hinter uns gelassen haben, als wir ins nächste Tal kommen, wo wieder die Sonne scheint, und alles Nasse schnell wieder trocknet. Hier müssen wir die Strasse nur noch mit den zahlreichen, bunt gemischten Viehherden teilen, die in alle Richtungen getrieben werden.
Nach 140 holprigen Kilometern erreichen wir die überraschend grosse Stadt La Unión. Mit soviel Zivilisation hätten wir hier abseits der Hauptverkehrsverbindungen gar nicht gerechnet.
Zu ermüdet, um Violeta noch selber über die Stufen in den Innenhof des Hostals zu schieben, gebe ich an Michi ab, der sofort merkt, dass da irgendwas nicht stimmt.
In der Tat sind sämtliche Speichen des Hinterrades lose. Zum Glück lassen sie sich alle noch drehen und sind nicht festgegammelt. Somit lässt sich der Schaden recht leicht beheben. Dennoch bin ich dazu natürlich zu doof, glaubt zumindest Michi mal wieder zu wissen, und will es lieber selber machen. Na gut, soll mir recht sein, soll er doch schrauben, wenn er unbedingt will, denn grosse Lust hab ich darauf eh nicht, logisch.
Dann kriegt er sich auch noch den ganzen Abend nicht mehr darüber ein, dass ich das angeblich dadurch so sehr verschlechterte Fahrverhalten nicht schon unterwegs bemerkt habe. Sehr witzig! Wie soll man denn auch, wenn einen die Piste alleine schon so durchrüttelt, dass es der reine Eiertanz ist.
Ein harter Tag, und noch dazu setzt gegen 22.00 in der Diskothek gleich nebenan die Musik ein. Das Einschlafen fällt dabei entsprechend schwer, aber sie kann mich auch nicht mehr ausreichend aufmuntern, um nochmal rauszugehen. Ich bin einfach zu müde, und dazu kommen noch die Rückenschmerzen, die ich mir heut geholt hab.

28.07.2001
Der Rücken schmerzt immer noch, aber dessen ungeachtet sitzen wir schon um 9.00 auf dem Mopped. Auf uns wartet heute die letzte Etappe.
Die Piste ist in wesentlich besserem Zustand als gestern, schon bald geht sie sogar in asphaltierte Strasse über. Allerdings nur um sich in endlosen Serpentinen zum Pass hinaufzuwinden.
Die Freude über den glatten Asphalt hält also nicht lange an, schon geht gleich oben die wenig benutzte Querverbindung nach Huaraz ab, und wieder haben wir nur Schotter unter den Rädern. Wir bewegen uns auf 4.800 m Höhe durch eine beeindruckende Bergwelt, die Piste durchquert ein Schneefeld nach dem andern, und wir sind umgeben von noch viel höheren, von ewigem Schnee bedeckten Gipfeln.
Auf dem weiteren Weg ins Tal kommen uns auf einmal Unmengen von Kleinbussen entgegen, alle voll beladen mit Touristen. Wo die wohl alle hinwollen, fragen wir uns.
Wir sind nochmal genau 140 km gefahren, als Huaraz nun endlich vor uns liegt. Wir sind da!! Und wir fragen uns gleich durch zum Hotel Andino (s. Link), welches von einer Schweizerin geführt wird. Wäre es nicht gerade die Woche mit den Nationalfeiertagen, dann wäre es überhaupt kein Problem, dass wir ein normales Zimmer haben könnten. Aber so sind sie leider voll ausgebucht, und sie kann uns nur noch ein Zimmer im Keller des Rückgebäudes anbieten. Noch sind wir nicht so verwöhnt, dass wir uns damit nicht zufrieden geben könnten. Wir sind hier echt gut aufgehoben.
Es ist noch früh am Nachmittag, so legen wir nur schnell unser Gepäck ab, ziehen uns um und gehen auf Erkundungstour in die Stadt.
Michis gammelige Hose, die einzige, die er dabei hat, hat zum Glück endlich das Zeitliche gesegnet, ich weiss nicht, wie lange ich diesen Anblick noch ertragen hätte. Jedenfalls sieht er endlich ein, dass er wohl Ersatz braucht, und will sich eine neue besorgen. Er findet nur leider nicht, was er sich vorstellt, stattdessen fällt mir noch eine für mich in die Hände, genau das richtige für die wärmeren Temperaturen, die uns hoffentlich bald bevorstehen. Nun hab ich mir ja aber gerade erst eine Hose gekauft, nochmal eine wäre fast ein bisschen übertrieben, daher will ich nochmal drüber schlafen.
Auch Michis Schuhe sind nicht mehr die neusten, und wenn er in den nächsten Tagen damit hier zum Wandern gehen will, sollte er sie doch lieber richten lassen. Das ist diesmal kein Problem, Schuster gibt es hier genug. Direkt an der Strasse kann er die lose Sohle innerhalb weniger Minuten und für einen lächerlichen Sol (0.70 DM) wieder annähen lassen.
Ausserdem entdecken wir auf Postkarten das Schneefeld Pasto Ruri, wo man offenbar Gletschereishöhlen besuchen kann. Dort sind also die ganzen Busse hingefahren. Fast waren wir schon da, und sind daran vorbeigefahren, nur 5 km haben gefehlt!! So ein Ärger!!
In der Creperie des Franzosen Patrick gönnen wir uns nach all den Reisgerichten der letzten Tage zur Abwechslung mal wieder einen sündhaft teuren Pfannkuchen mit Käse und Gemüse. Köstlich, welch ein Genuss!!
Danach liegt Michi wie gewöhnlich schon vor 22.00 schlafend im Bett. Aber auch ich bin heute zu erschöpft, um mich noch an den Festlichkeiten anlässlich der Nationalfeiertage zu beteiligen. Im Ort ist sicher der Teufel los, Musik und Tanz überall, aber so abgeschieden hier oben bekommen wir davon nichts mit, so weiss ich zum Glück gar nicht erst, was ich mal wieder versäume.


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