zur startseite

kindernothilfe

ausrüstung

guestbook
portrait vorbereitungen
die tour
links

Chile
Argentina
Bolivia
Peru
Ecuador

Venezuela

unterwegs in




vom 10. Dezember 2001

ich krieg einen neuen Helm

Kaffeeanbau...

...und Viehzucht...

...im Park Panaca

im Parque del Cafe

der Expreso del Cafe

Vergnügungspark

indigener Friedhof

Pause im Schatten

Kaffeebohnen

im Wald der Legenden

unter Bambusrohren

Willys Jeep im Museum...

...und auf der Strasse

Posada del Cafe,...

...ihr Innenhof...

...und ihre Keaffeestube

an der Plaza,...

...und in den Strassen...

...von Salento,...

 Blick ins Valle de la Cocora...

...und Umgebung

wilde Orchideen...

...und frei lebendes Rind

Forelle auf Patacón

Ein letztes Frühstück in der Sonne von Calí, mit Pandebono und Guanabana-Saft in Milch. Wenig später mache ich mich auf den Weg. Und da die 200 km zwar wieder durch eine grossartige Landschaft führen, in der schon bald langsam die Zuckerrohrfelder von den Kaffeeplantagen abgelöst werden, aber ansonsten völlig unspektakulär verlaufen, treffe ich schon um 13.00 in Armenia ein. Voll in der Mittagspause, und schnell stellt sich heraus, dass ich noch eine Stunde warten muss, bevor ich erfolgreich eine Unterkunft finden würde. Also fahre ich an die Plaza Bolivar, dem Hauptplatz, an dem ich Violeta abstelle und es mir neben ihr gemütlich mache.
Die Stunde ist fast rum, als von der gegenüberliegenden Strassenseite ein junger Bursche mit seinem Mopped auf mich zufährt, und mir zu verstehen gibt, dass mir gerade mein Helm, den ich wie immer über den Spiegel gehängt hatte, gestohlen wurde ohne dass ich es gemerkt habe. Wie bitte?! Direkt vor meiner Nase?! Denn ich habe mich die ganze Zeit über nicht einen Meter von Violeta wegbewegt! Ich glaube nicht richtig gehört zu haben, drehe mich rum und kann immer noch nicht fassen, was meine Augen bereits wahrnehmen: einen leeren Spiegel, und all die alten Knacker auf den Parkbänken um mich herum, die mich die ganze Zeit schon anstarren wie einen Affen im Käfig, und den Vorfall auch beobachtet haben, ohne sich auch nur im geringsten zu rühren!!!
Der Moppedfahrer will versuchen, den Dieb noch einzuholen, und braust davon. Aber durch die Einbahnstrassen hat er leider keine Chance gegen den Fussgänger. Er kommt zurück und begleitet mich noch zur Polizeistation in der Nähe, wo er den Polizisten den Täter ziemlich genau beschreibt. Diese geben das zwar über Funk an die Patrouille weiter, aber mittlerweile sind die Diebe -angeblich waren sie zu dritt- natürlich längst über alle Berge, und mir bleibt nichts anderes übrig, als mich ohne Helm aufs Mopped zu schwingen. In der Mittagshitze stört mich das zunächst nicht weiter, im Gegenteil. Doch ich komme nicht weit, schon 2 Strassenblöcke weiter werde ich von 2 Polizisten aufgehalten, da es verboten ist, ohne Helm zu fahren. Ich erkläre ihnen die Situation, und sie lassen mich weiterfahren, um endlich eine Bleibe zu finden.

Das Hotel ist bald gefunden, nur für Violeta gibt es hier keinen Platz. Ich muss sie am Parkplatz um die Ecke unterstellen. Auch dem Wächter fällt gleich der nicht vorhandene Helm auf. Und nicht nur das, er hat noch eine dieser Schüsseln über, die aussehen wie Reitermützen aus Plastik und die hier alle benutzen. Ich kauf sie ihm für $ 5.000,- (DM 5,-) ab, um zumindest vorübergehend ungehindert weiterfahren zu können.
Später frage ich mich durch zum etwas entlegenen Polizeikommissariat, um die Anzeige zu erstatten. Doch man schaut mich nur etwas verwundert und ratlos an, als ich mein Anliegen vorbringe. Denn gegen unbekannt kann man in Kolumbien keine Anzeige erstatten. Eine ganze Weile debattieren die diensthabenden Beamten, wie sie mir dennoch helfen können. Schliesslich stellen sie mir ein Formular aus, das zwar eigentlich für die Bestätigung des Verlustes von Ausweisdokumenten vorgesehen ist, und in dem sie festhalten, dass mir mein Helm in Armenia abhanden gekommen ist.

Di., 11.12.2001
Die Stadt selbst hat ähnlich wie schon Pasto nichts zu bieten, ist sogar ziemlich hässlich, vor allem, nachdem ein schweres Erdbeben 1999 viel zerstört hat, was immer noch nicht wieder hergerichtet ist.
Aber alle haben mir vom Parque del Cafe in der Nähe erzählt. Das kann ich mir nicht entgehen lassen, und ist der einzige Grund für die Zwischenstation an diesem unseligen Ort.
Ich schnappe mir am Morgen meinen neuen Helm, und habe einen Hass auf das ganze Volk um mich herum, als ich die Eingangstür vom Hotel öffne und auf die belebte Strasse trete. Ich weiss, dass sie alle unschuldig sind, aber ich kann ihnen nicht verzeihen, dass sie einfach untätig und stillschweigend zusehen, wie andere in ihrer Mitte bestohlen werden.
Wie auch immer, ich trete zum frühstücken in die nächste Bäckerei, die es hier an jeder Ecke gibt. Noch bevor ich mich an einen Tisch setzen kann, sprechen mich im Vorbeigehen zwei Männer an. Sie wollen wissen, ob ich meinen Helm nicht wiedergefunden hätte. Erst da erkenne ich die beiden wieder, die mich schon gestern an der Plaza angesprochen hatten, kurz nach dem Attentat. Sie laden mich zum Frühstück ein und heitern mich wieder etwas auf.
Wenig später hole ich Violeta ab, und wir fragen uns durch nach Montenegro. Von hier aus sind es nur noch 5 km bis zum Park.
Es wirkt jedoch alles ziemlich verschlossen, als ich hier ankomme. Das kann eigentlich nicht sein, laut Auskunft hat der Park nur montags geschlossen, und heute ist eindeutig Dienstag! Aber tatsächlich, ein Junge erklärt mir, dass heute alles wegen Instandhaltung geschlossen bleibt. Na klasse, das darf ja wohl alles nicht wahr sein!!! Und jetzt?
Zum Glück gibt es noch ein Alternativprogramm. Unweit vom nächsten Ort Quimbaya gibt es den landwirtschaftlichen Park Panaca. Der soll genauso sehenswert sein. Also gut, besser als nichts.
Auf dem Weg dorthin gerate ich mitsamt dem Moppedfahrer hinter mir in eine Polizeikontrolle. Auch das noch, das hat mir gerade noch gefehlt!! Per Funk erkundigen sich die Beamten zunächst nach dem anderen Kennzeichen. Motorräder sind hierzulande beliebtes Diebesgut, und es ist nicht selten, dass man auf offener Strasse von Bewaffneten angehalten und gezwungen wird, das Mopped abzugeben. In diesem Fall scheint aber alles in Ordnung zu sein, denn er darf gleich wieder weiterfahren.
Nun also bin ich an der Reihe. Sie wollen die Fahrzeugpapiere und den Führerschein sehen. Bloss, ich habe meine Papiere alle in der Moppedjacke, und die wiederum liegt im Hotel. Das einzige, was ich vorzeigen kann, ist eine Kopie vom Pass und -eher zufällig- eine Kopie der vom Büro Dr. Walter (s. Link) ausgestellten internationalen Haftpflichtversicherung. Diese veranlasst sie aber lediglich, mich daran zu erinnern, dass ich mich hier in Kolumbien befinde. Sie erklären mir weiter, dass ich mich demnach den nationalen Normen zu fügen habe. Und das Gesetz schreibt nunmal eine nationale Versicherung vor, die ich bei der Einreise kaufen müsste.
Das wäre ja noch schöner!! Aber momentan bin ich ganz eindeutig in der schwächeren Position, da hat es keinen Sinn, mich mit ihnen zu streiten. Ich muss eine andere Taktik anwenden, und jammere ihnen vor, wieviel Pech ich in den letzten Tagen gehabt habe, dass ich mehrfach bestohlen wurde, und daher keine Papiere mehr mit mir herumtragen möchte. Es funktioniert. Sie trösten mich, ich solle mich glücklich schätzen, dass es mir gutgeht, dass ich mich noch frei bewegen kann und immer noch mein Mopped habe. Und sie lassen mich ziehen, nicht ohne mir viel Spass beim Besuch des Parks und viel Glück für die weitere Reise zu wünschen.
Der Park ist wirklich schön angelegt und gepflegt. Entlang eines knapp 3 km langen Wanderweges kann man an 8 Stationen, wie z.B. die Welt der Pferde, der Viehzucht oder die Welt der Seidenraupen beobachten und erfahren, wie die nationale Landwirtschaft funktioniert. Aber es ist wirklich heiss heute, die Sonne brennt erbarmungslos, und auch der feine Regen aus den Duschen unterwegs bringt kaum Erfrischung. Ich bin froh, als ich nach 2 Stunden wieder am Mopped bin, und geniesse den Fahrtwind auf dem Weg zurück in die Stadt.

Mi., 12.12.2001
Eigentlich wollte ich heute schon weiterfahren ins knapp 100 km entfernte Manizales. Aber Tiberio aus Medellin hat mir ein Mail geschrieben, in dem er mir empfiehlt, unbedingt noch den Ort Salento zu besuchen. Auf meiner Karte entdecke ich, dass das Dorf auch nicht weiter von Armenia entfernt liegt als Montenegro und Quimbaya, die ich bisher bereits besichtigt habe. Also ändere ich spontan den Plan, denn im Grunde passt es noch ganz gut in den zeitlichen Rahmen, und so kann ich doch noch den Parque Nacional del Cafe besuchen.
Auf dem Weg dorthin komme ich wieder in eine Polizeikontrolle. Aber diesmal hab ich an alles gedacht und kann die verlangten Papiere vorweisen. Damit sind die Beamten zufrieden, und ich darf anstandslos weiterfahren.
Vom Park bin ich zunächst etwas enttäuscht, da er mit seiner Gondelbahn, dem Bummelzug, und den diversen Spielen wie Achterbahn, Wildwasserbahn, Kart-Bahn etc. vielmehr nur ein Vergnügungspark ist, wenngleich eingebettet in eine herrliche Anlage wie in einem botanischen Garten. Was das alles mit Kaffee zu tun haben soll, kann ich mir nicht erklären, bis ich am Ende den 4 km langen Öko-Pfad entdecke. Mit seinen anschaulich angelegten Kaffeepflanzungen, sowie auch dem Wald der Legenden, dem Orchideengarten, dem Bambuswald, dem zwar nicht echten, aber sehr schön nachempfundenen indigenen Friedhof, und mit seinen Hängebrücken und Holztreppen im angenehm schattigen, kühlen Wald stellt er für mich den interessantesten Teil dar, der alleine schon einen Besuch wert ist. Das informative Museum zur Geschichte und Tradition des Kaffeeanbaus, und der Blick vom Aussichtsturm runden das Programm ab, und ich bedaure, dass ich es inzwischen doch schon etwas eilig habe und nicht mehr Zeit habe, um mir alles in Ruhe anzusehen.
Auf dem Weg zurück in die Stadt komme ich an den Markt von Montenegro. Hier erkenne ich überrascht, dass längst nicht alles, was im Museum ausgestellt ist, der Vergangenheit angehört. Denn ganz selbstverständlich steht hier ein Willys Jeep neben dem anderen, so wie sich andernorts die gelben Taxis aneinanderreihen.
Es ist bereits 14.00, als ich wieder in Armenia bin. Im Hotel bleibt mir noch eine Stunde zum Duschen und Packen. Eigentlich wollte ich nicht so spät erst aufbrechen, etwas gehetzt verlasse ich daher die Stadt. Wie gewöhnlich schlängele ich mich zwischen den Autos so weit wie möglich vor an die Ampel, als ich mich bei einem dieser manchmal etwas knappen Manöver verschätze, und mit den Packtaschen den zum Glück flexiblen Spiegel eines Autos rechts von mir ramme. Es ist nichts weiter passiert, ich entschuldige mich beim Fahrer, der dennoch entzürnt auf mich losschimpft, dass ich gefälligst genauso wie alle anderen die Verkehrsregeln beachten solle. Am liebsten würde ich ihm ja erwidern, dass ich doch genau das tue, was auch alle anderen hier machen. Stattdessen aber bleibe ich ganz ruhig und erkläre ihm erneut, dass es mir leid tut. Nun aber ergreift die Frau im Taxi links von mir das Wort, und keift den Autofahrer an, er würde doch auch sehen, dass der Mann auf dem Motorrad hier fremd ist und aus einem anderen Land kommt, er solle mich gefälligst in Ruhe lassen. Diesen Angriff kann der Fahrer nicht einfach so hinnehmen, er schreit zurück, noch bevor ich die in diesem Zusammenhang unwesentliche Tatsache, dass ich dem weiblichen und nicht dem männlichen Geschlecht angehöre, richtigstellen kann. Über mich hinweg entsteht eine lautstarke Diskussion. Als deren Auslöserin fühle ich mich zwischen den beiden ziemlich unwohl, und bin heilfroh, als die Ampel endlich auf grün schaltet.
In der ganzen Hektik habe ich vergessen zu tanken, woran mich Violeta schon kurz nach Verlassen der Stadt erinnert, und ich muss auf Reserve schalten. Keine Ahnung, wie weit es tatsächlich ist bis Salento, und keine Tankstelle weit und breit. Ausserdem beginnt es auch noch zu regnen, ausgerechnet heute, wo ich aufgrund der schweisstreibenden Hitze am Vormittag auf die Moppedhose und die Handschuhe verzichtet habe.
Was soll's, umkehren macht jetzt auch nicht mehr viel Sinn, ich riskiere es und fahre weiter. Eine schmale Strasse führt in engen Kurven zunächst hinab ins Tal, bevor sie sich auf der anderen Seite wieder hinaufwindet, immer tiefer ins Land hinein, bis ich nach etwa 20 Minuten auf einem Hügel Salento erreiche, ein ruhiges Dorf umgeben vom satten Grün der Kaffeebüsche.
Zum Übernachten empfiehlt man mir die Posada del Cafe, und ich bin auf Anhieb begeistert von diesem alten, aber gut erhaltenen und geschmackvoll hergerichteten Kolonialhaus in dem für die Kaffeeregion typischen Stil. Die Zimmer sind zwar klein und einfach, aber sauber und urgemütlich. Wenn man die hölzernen Fensterläden öffnet, gibt die Öffnung den Blick frei auf den bunt bewachsenen und entsprechend duftenden Innenhof. Es ist wie im Paradies! Und diese Ruhe!! Sie tut richtig gut nach all den Tagen in den lärmenden Städten. Hier kann man es eine Weile aushalten. Ich muss mich unbedingt bei Tiberio für diesen Tip bedanken.

Do., 13.12.2001
Nachdem in Armenia die lauten Salsa-Klänge aus einem Lokal gegenüber bis spät in die Nacht durch mein Fenster drangen und mich wach hielten, bin ich mir eigentlich sicher, hier in dieser Stätte der Ruhe endlich wieder richtig gut schlafen zu können. Doch auch hier ist irgendwo in der Nähe Fiesta angesagt bis Mitternacht. Und als die Musik endlich verstummt, beginnen sämtliche Hunde, Hähne und Enten aus dem ganzen Dorf ihr Konzert und brechen in endloses Bellen, Krähen und Schnattern aus. Nachdem ich dann irgendwann doch eingeschlafen bin, werde ich mitten in der Nacht vom heftigen Gewitter geweckt.
Nichtsdestotrotz bin ich schon früh wieder auf den Beinen. Denn heute hat Francisco Geburtstag. In weiser Voraussicht, dass es hier in Salento kein Internet gibt, habe ich ihm zwar bereits gestern von Armenia aus ein Mail geschickt, aber ich will trotzdem versuchen, ihn gleich am Morgen mit einem Telefonanruf zu überraschen. Leider vergeblich, er ist nicht da. Schade. Da hätte ich ruhig noch länger im kuschelig warmen Bett liegenbleiben können, denn es ist immer noch nasskalt, neblig und unfreundlich. Bei dem Wetter macht es keinen Sinn, den eigentlich obligaten Ausflug ins Valle de la Cocora zu unternehmen. Mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten, ob es im Laufe des Tages etwas aufklart, und laufe lediglich eine Runde durch den Ort, der mit seiner traditionellen Architektur und den ruhigen Strassen ganz offensichtlich nicht zu Unrecht als einer der schönsten der gesamten Kaffeeregion bezeichnet wird.
Gegen Mittag regnet es erneut. Heute ist wohl leider nicht mehr mit einer deutlichen Wetterbesserung zu rechnen. Es bleibt weiter kalt, was meiner Erkältung -logische Folge des Umstandes, in wegen der Hitze nassgeschwitztem T-Shirt Motorrad gefahren zu sein- nicht unbedingt förderlich ist. Ich verschiebe jegliche grössere Aktivität auf morgen und verkrieche mich unter die Bettdecke. So ein friedlicher und fauler Tag tut auch mal wieder not. Wohl wegen der familiären Atmosphäre des Hauses und seiner zuvorkommenden Inhaberin habe ich hier fast so etwas wie ein Gefühl von Zuhause.
Erst am späten Nachmittag raffe ich mich doch noch zu einem Spaziergang auf und steige die Treppen zum Kreuz auf dem Hügel hinauf. Von hier aus hat man eine hervorragende Aussicht auf das Dorf, und auf das Valle de la Cocora zur anderen Seite. Bei klarer Sicht soll man sogar den Nevado sehen können. Dazu besteht heute aber keinerlei Chance. Stattdessen entdecke ich einen schmalen Trampelpfad, dem ich spontan folge. Bald stellt er sich als in früheren Zeiten angelegter Öko-Pfad heraus, der vermutlich nur deswegen so überwuchert ist, weil er wegen der in letzter Zeit aus Angst vor der Guerrilla immer mehr ausbleibenden Touristen nicht mehr gepflegt wird. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er mir so gut gefällt, so verwildert wirkt er doch weitaus natürlicher als die künstlich angelegten Parks, die fast etwas steril erscheinen. Hier hingegen gibt es noch wildwachsende Orchideen, und auch die Rinder können sich hier noch frei bwegen.
Bevor es zu dämmern beginnt, schaue ich mir noch den Schotterweg an, der hinab ins Valle führt. Nach dem heutigen Regen ist er mitunter etwas schlammig und glitschig, aber ansonsten in einem ganz guten Zustand. Ich habe durchaus schon wesentlich schlechtere Strecken gemeistert, und überlege, ob ich nicht noch morgen Vormittag mit dem Mopped hinabfahren soll. Andererseits, wenn es heute schon nicht sein sollte, dann sollte ich mir diesen Ausflug vielleicht aufheben, und statt mich jetzt abzuhetzen, ein ander Mal irgendwann wieder herkommen und ihn dann richtig geniessen, vielleicht zusammen mit Francisco?
Derartige Überlegungen muss ich aber auf später verschieben, denn ich kann keinerlei Entscheidungen treffen, solange ich einen solchen Hunger habe. In einem der Restaurants an der Plaza gönne ich mir heute die lokale Spezialität: Forelle auf Patacón. Köstlich!

Fr., 14.12.2001
Heute herrscht wieder herrliches Wetter und die Sonne lacht. Ich nutze dies aber lediglich für einen letzten Spaziergang durch den Ort. Den Ausflug hinab ins Tal hebe ich mir wirklich lieber für ein ander Mal auf.
Gegen Mittag will ich schliesslich aufbrechen nach Manizales. Nur Violeta scheint damit nicht so recht einverstanden zu sein. Sie will sich partout nicht in Bewegung setzen, ich kann kicken solange ich will, und fürchterliche Erinnerungen an frühere Zeiten werden wach, als sie nur durch Anschieben zu überzeugen war. Diesmal liegt es aber sicher nur an mangelndem Benzin. Hoffe ich zumindest, und bin froh, dass ich immer noch meinen Ersatzkanister mit mir rumschleppe. Damit mache ich mich zu Fuss auf zur Tankstelle, nur wenige Häuserblöcke entfernt.
Und siehe da, widerspruchslos springt Violeta daraufhin beim ersten Tritt bereits an. Ich muss wirklich auf dem letzten Tropfen hier angekommen sein.
Nach Manizales sind es nur knappe 100 km, und ich komme am frühen Nachmittag hier an. War die Strecke bisher herrlich zu fahren, so ist der Kampf durch den Stadtverkehr die reine Tortur. Im Zentrum sind die Strassen gerade nal eine Fahrspur breit, und total verstopft. Und keinerlei Möglichkeit, mal kurz am Rand zu halten und einen Blick auf den Stadtplan zu werfen. Bei diesem Stop-and-Go steigt Violetas Temperatur rasch wieder in den roten Bereich.
Zum Glück finde ich bald das gesuchte Hotel. Welch ein Segen, dass es auch noch über eine eigene Zufahrt verfügt. Hier kann ich Violeta bedenkenlos stehenlassen, während ich mich zu Fuss auf die Suche nach einer Bleibe für's Wochenende mache. Obwohl ich stundenlang unterwegs bin und die ganze Innenstadt ablaufe, bleibe ich diesmal erfolglos. Es dämmert bereits, als ich endlich ein sauberes und akzeptables Zimmer in einer billigen Absteige finde.
Danach muss ich mich erst noch um einen sicheren Parkplatz für Violeta kümmern, bevor ich endlich meine Ruhe habe.

15.-16.12.2001
Bereits ein erster Rundgang durch die Stadt zeigt, dass Manizales keinen längeren Aufenthalt wert ist. Da auch das Wetter nicht unbedingt zu weiteren Ausflügen einlädt, wünsche ich mir nur, dass die Zeit schnell vergehen mag, bis ich am Montag nach Medellin weiterfahren werde.


zur ersten etappe zur vorigen etappe zurück zur übersicht
zur nächsten etappe


start portrait kindernothilfe vorbereitungen ausrüstung die tour links back to top