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vom 22. Dezember 2000

Baños Morales

Abendstimmung in Baños Morales

Abendessen

Termas del Plomo

Missgeschick auf dem Rückweg

gleiches Schicksal für Mopped...

...und Auto

Zu dritt düsen wir durch die Stadt. Wir geben sicher ein seltsames Bild ab, ich in Shorts und T-Shirt, Gerhard hat immerhin schon Handschuhe dazu an, und Michi fährt trotz sengender Hitze in seiner Lederjacke. Diesmal hab ich Heimvorteil, ausserdem kann ich mich wesentlich leichter zwischen den Autos und Bussen durchschlängeln als Gerhard mit seiner fetten XT, und so hänge ich die beiden noch recht leicht ab, wenn ich zwischendurch vergesse, in den Rückspiegel zu schauen. Das wird sich aber schon bald ändern.
Wir sind sehr fleissig, erledigen die letzten Weihnachtseinkäufe, und decken uns mit Proviant ein für die nächsten Tage.
Am Abend ist dann sogar auch noch mein Libretto fertig. Ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt. Ramon hat eine Sicherheitskopie von meinen privaten Dateien gemacht, dann die Festplatte gelöscht und neu formatiert, und alles neu installiert. Jetzt fehlen angeblich 'nur' noch die Treiber für das Diskettenlaufwerk und das Modem, die sollten sich wohl auch noch auftreiben lassen. Das muss allerdings warten bis nach den Feiertagen.

23.12.2000
Aufbruch zum ersten Test für die Moppeds und die Ausrüstung: langes Wochenende in den Bergen. Wir fahren nach Baños Morales, was ich vor ein paar Jahren schon einmal versucht hatte, damals aber wieder umkehren musste, weil ich mich nicht durch eine Wasserfurt getraut hatte. Heute ist das aber kein Problem. Nach etwa 40 km ist der Asphalt zu Ende, vor uns liegen noch 20 km Piste, in luxuriösem Zustand. Selbst mit Gepäck komme ich ganz gut zurecht. Wir wollen sogar noch etwas weiter, nach Termas Colina, aber eine eingestürzte Brücke verhindert die Weiterfahrt, und wir müssen wieder zurück.
Das Mopped zeigt seine bereits bekannten Macken: es springt immer noch nur widerwillig an, meistens will es angeschoben werden. Dass es kein Standgas hat, daran hab ich mich schon gewöhnt. Dazu kommt allerdings jetzt, dass es nach jeder noch so kleinen Wasserpfütze einfach ausgeht, und erstmal trocknen muss. Ansonsten fährt es ganz flott. Natürlich verliert es hier oben, inzwischen sind wir auf 1850 m, etwas an Leistung, genauso wie die anderen beiden.
In Baños Morales finden wir einen kleinen Campingplatz gleich am rauschenden Gletscherbach und unter schattigen Bäumen. Wir sind die einzigen Gäste, so kurz vor Weihnachten.
Zum ersten Mal baue ich mein Zelt auf. Einwandfrei! Auch mein Benzinkocher wird getestet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktioniert er tadellos und hat richtig Power, selbst mit dem aus dem Mopped abgezapften verbleiten Benzin. Es gibt 'humitas', in Maisblätter gewickelten Maisbrei. Lecker!!
Wir sind alle drei begeistert von dem gelungenen Tag, und von der herrlichen Landschaft. Nur unser Zeug schaut nach den paar km Schotter bereits aus, als wären wir schon ewig und drei Tage unterwegs.

24.12.2000
Ich bin zwar nicht mehr so heiser wie noch vor ein paar Tagen, aber meine Erkältung lässt trotzdem nicht locker. Im Gegenteil. Ich habe eine ziemlich üble Nacht hinter mir, und ziehe es daher vor, mich zu schonen, während Michi und Gerhard zum Gletscher wandern. Es wird schon nicht der letzte sein, den wir zu sehen bekommen.

Heiligabend
Inzwischen fühle ich mich viel besser, der Tag Pause hat ganz gut getan und war längst überfällig. Michi und Gerhard sind tatsächlich bis zum Gletscher gekommen, und sind knietief durch den Schnee gestapft.
Wir wollen noch nach meinem Mopped schauen, und fahren extra zur Wasserfurt. Wir haben den Seitenständer im Verdacht, aber er ist wohl doch nicht schuld, denn es hilft alles nichts, das Mopped geht immer noch aus.
Weihnachten geht hier draussen total spurlos an uns vorüber. Das Abendessen ist recht bescheiden, das fertige Reisgericht enthält weniger Gemüse als auf der Packung abgebildet, und ist daher etwas trocken. Aber wir sind alle satt geworden.

25.12.2000
Obwohl das Wetter heute nicht so schön ist, und wir direkt froh sind, unsere warmen Sachen dabei zu haben, beschliessen Gerhard und Michi, noch 2 Tage hier oben zu bleiben, während ich am Nachmittag wieder zurück will, damit Fernando nach dem Mopped schauen kann. Während die beiden das Frühstück zubereiten, baue ich mein Zelt ab und packe mein Zeug zusammen. Heute wollen wir zu den Termas del Plomo, die noch höher liegen. Michi wird mein Gepäck mitschleppen, solange wir zusammen bleiben. Wir müssen erst die 19 km zurück zur Abzweigung, dann geht es 33 km hoch auf 2950 m. Die letzten km haben es schon ganz schön in sich, und nur einmal muss ich kurz anhalten, um Mut zu sammeln. Aber alles geht. Oder fast alles. Denn oben muss der doch recht reissende Bach noch durchquert werden. Ich bin direkt froh, dass ich eine gute Ausrede habe, mein Mopped würde darin hundertprozentig ausgehen, das brauche ich gar nicht erst zu probieren. Michi und Gerhard kommen soeben durch, ich lasse mein Mopped stehen und stapfe zu Fuss hinterher. Als Belohnung warten 2 Naturbecken mit heissem Thermalwasser auf uns, aus denen ich gar nicht mehr raus will, denn draussen ist es doch ordentlich kalt.
Wir sind hier fast allein. Nur eine weitere Familie hat in ihrem Pick-Up den Weg hier rauf geschafft. Sie nehmen mich mit zurück auf die andere Seite des Wassers, sodass ich es diesmal trockenen Fusses schaffe, mal davon abgesehen, dass die Stiefel natürlich immer noch nass sind, denn das knietiefe Wasser war doch ordentlich hineingelaufen. Aber ich bleibe nicht die einzige mit nassen Füssen. Michi versucht es gegen die Strömung, sinkt ziemlich tief ein, und das war's dann. Gerhard muss zu Hilfe eilen, um das Mopped wieder aus dem Loch zu ziehen. Auch ein weiterer Pick-Up, der etwas zu vorsichtig unterwegs ist, bleibt stecken und kann nur noch mit vereinten Kräften geborgen werden. Nur Gerhard kommt durch. Der Abstieg verläuft problemlos, wenn ich auch manchmal den Eindruck habe, dass mich der Wind gleich von der Piste fegt.
Unten angekommen erholen wir uns am Strassenrand noch bei ofenfrischen 'empanadas de pino', die typischen Teigtaschen, bevor wir das Gepäck wieder tauschen und sich unsere Wege trennen.


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