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unterwegs in




vom 24. Februar 2001

Humboldt-Pinguine...

...in ihrem Nest

unsere Villa in Punta Arenas

das Fährschiff Melinka

Isla Magdalena

zu Gast auf der Pinguin-Insel

Maghellan-Pinguine, erst vereinzelt,...

...dann in Grüppchen,...

...und in Scharen,...

...am Leuchtturm,...

...und ganz einsam

Gerhard will sich Argentiniens grösste Kohlenmine in Río Turbio anschauen, das ist ein Tagesausflug von hier. Das interessiert mich nun nicht ausreichend, um mich ihm anzuschliessen, ich nutze den Tag lieber anderweitig. Ich bringe mal wieder die Wäsche zum Waschen, das ist hier wesentlich günstiger, effektiver und zuverlässiger als in Coyhaique. Da haben wir uns ordentlich reinlegen lassen. Hier bekomme ich sie noch am gleichen Tag wieder, und selbst die total verschlammte Hose sieht wieder aus wie neu.
Am Nachmittag sitze ich 5 Stunden im I-Cafe, und bin immer noch nicht fertig. Puhhh!!! Aber wenigstens die Bilder sind gesichert.
Gerhard kommt unerledigter Dinge zurück. Es ist Sonntag, und das Museum hatte geschlossen. Stattdessen war er auch schon beim Einkaufen, jetzt haben wir alles doppelt, und wir kochen mal wieder selber. Es gibt Nudeln mit Tomatensauce, dazu eine Schüssel voll von Michis Salat. Und Tafelwein, wir lassen es uns richtig gutgehen. Am Ende haben wir mal wieder viel zu viel. Vernünftiges Portionieren haben wir scheinbar immer noch nicht recht im Griff. Egal, es ist total lecker, und wir werden mal wieder ordentlich satt, nach den Entbehrungen im Torres del Paine.

25.02.2001
Heut abend wollen wir in Punta Arenas sein. Das sind 240 km auf der Asphaltstrasse. Die ist ziemlich öde, und wir fahren erstmal nur die ersten 150 km bis Villa Tehuelches, dort biegen wir ab auf die Schotterstrasse an der Küste entlang.
Schon bald macht Michi Anstalten, seine obligate Brotzeitpause einzulegen. Aber hier gibt es nichts zu sehen, es ist wieder alles nur flach, essen brauche ich auch noch nichts, es ist windig und frostig kalt. Da fahre ich doch auch lieber weiter, genau wie Gerhard.
Wir kommen nicht weit, als es auf einmal, laut Karte eigentlich viel zu früh, einen weiteren Abzweig zu irgendeiner Pinguinkolonie gibt. Hmmm, was nun?? Auf Michi warten, das kann noch Stunden dauern. Er wird das Schild und dann unsere Reifenspuren sicher auch sehen und dann nachkommen. Also gut, fahren wir schon mal voraus.
Allerdings, stand da nicht was von 35 km?? Das schaffe ich ja gar nicht mehr mit meiner Tankfüllung. Ich muss umkehren und erstmal die Schotterstrasse weiterfahren zur Tankstelle an der Kreuzung mit der Hauptstrasse. Wir verabreden uns an der Pinguinkolonie oder, falls das nicht klappt, dann an der Turi-Info in Punta Arenas, Gerhard fährt weiter und ich fahr zurück. Da kommt mir auch schon Michi entgegen, na bitte, er ist also auch Richtung Pinguinkolonie eingebogen. Er ist trotzdem ziemlich stinkig, weil er sich um seine Pause gebracht fühlt, die er nicht in Ruhe halten konnte, und weil wir dann noch nicht mal am Abzweig auf ihn gewartet haben. Das kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen, das haben wir ja schön öfter gemacht. Meistens legt er absichtlich eine Pause ein und lässt sich zurückfallen, um dann umso mehr heizen und aufholen zu können. Wie auch immer, es hat ja doch geklappt, und ich muss sowieso zurück. Und das zu Recht, ich bin noch gar nicht wieder auf der Hauptstrasse, als ich schon auf Reserve schalten muss. Das wäre sich nie ausgegangen. Als ich auf die Asphaltstrasse stosse, ist die Tankstelle zum Glück gleich ausgeschildert, es sind nochmal 6 km zurück Richtung Norden, wo ich eigentlich herkomme.
Trotz vollem Tank bin ich am Überlegen, ob ich nicht direkt durchfahren soll. Bei dem Wetter, es nieselt immer wieder und der Wind ist saukalt, hab ich eigentlich keinen grossen Bock auf irgendwelche Abstecher. Aber da kommt jetzt wieder ein Abzweig zur Kolonie, diesmal der direkte, der auch auf der Karte angegeben ist. Also gut, nehm ich halt den und fahr doch hin. Hier in Meeresnähe regnet es wohl öfter, denn die eigentlich schöne Lehmpiste glänzt und ist recht schmierig. Mit etwas Vorsicht ist sie aber noch problemlos zu fahren. Sie zieht sich nur endlos in Schlangenlinien dahin, immer wieder zeigt ein Pfeil den richtigen Weg, allerdings immer ohne Kilometerangaben. Wehe, ich werde am Ende hier angeschmiert und bekomme keinen Pinguin zu sehen!! - Ups, auf einmal wird es aber richtig schlammig! Soll ich das riskieren und überhaupt weiterfahren? Wer weiss, wie lang das noch so weitergeht! Aha, da kommt mir gerade Gerhard entgegen, sehr gut!! Er erzählt, dass Michi den Eintritt zur Kolonie bezahlt hat und reingegangen ist, er selber aber lieber gleich nach Punta Arenas weiterfährt, Treffpunkt ist nach wie vor die Turi-Info. Das Stück mit dem sumpfigen Schlamm wäre wohl auch nicht lange, nur etwa 100 m. Ok, wenn ich schon bis hierher gekommen bin, dann fahr ich das letzte Stück jetzt auch noch.
Ich setze die Füsse mit ein, und fast mehr schiebend als fahrend führe ich Violeta durch das Schlammbad. Bleischwer klebt der Schlamm an den Stiefeln, es ist eine Riesensauerei, aber so komme ich wenigstens einigermassen sicher durch, wenn auch nur langsam. Und nach weiteren ich weiss nicht wievielen km erreiche ich endlich den Zugang zur Kolonie. Da steht auch schon Michis Mopped, genauso versaut wie meins. Michi treffe ich zwischen den Pinguinen wieder. Es sind nicht allzu viele da, es ist wohl noch zu früh am Nachmittag, die meisten sind noch beim Fischen im Meer. Trotzdem sind es nicht wenige, obwohl diese Art, die Humboldt-Pinguine, vom Aussterben bedroht ist. Etwa 3000 Paare gibt es noch davon.
In der Cafeteria stärken wir uns noch bei einem heissen Kakao für den Rückweg. Wir müssen erst die ganze Stichstrasse wieder zurück, das Schlammbad steht uns nochmal bevor, diesmal bergauf, und der Regen ist stärker geworden. Inzwischen hängen hier mehrere Autos fest, und der Schlamm ist stellenweise knöcheltief. Mit derselben Technik wie auf dem Hinweg arbeite ich mich vorwärts, Violetas Originalfarbe ist kaum noch zu erkennen, der Schlamm bedeckt einfach alles. Schweissgebadet, aber sicher und unbeschadet komme ich durch. Nicht mal der Regen, der uns die restliche Strecke bis Punta Arenas begleitet, kann uns von dem klebrigen Dreck befreien.
Die Turi-Info hat schon zu, keinerlei Nachricht von Gerhard. Wir suchen uns erst eine trockene Unterkunft. Ich kann mich noch in etwa erinnern, wo ich vor 2 Jahren das gemütliche Zimmer mit dem Kamin hatte. Die Residencial, die es gewesen sein könnte, -ganz sicher bin ich mir nicht mehr-, ist schon voll. Aber sie schicken uns 2 Strassenblöcke weiter. Dort bekommen wir ein Zimmer, fast doppelt so gross wie meine Wohnung in München. Es sieht eigentlich aus, als hätten die in ihr Wohnzimmer einfach ein paar Betten gestellt. Und das alles für uns beide ganz allein. Wow!! Hier bleiben wir, das wird unser neues Zuhause!
Allerdings, so dreckig wie wir sind wagen wir es kaum, das ganz mit Teppichboden ausgelegte Haus überhaupt zu betreten. Es ist wirklich nichts verschont geblieben, wir sind von Kopf bis Fuss eingedreckt, alles ist nass, in Klumpen fällt langsam der Schlamm von den Stiefeln ab, und unter den Moppeds bilden sich ganze Häufchen von abtropfendem Schlamm. Es dauert eine ganze Weile, bis wir uns aus den Drecksachen befreit haben. Umso mehr geniessen wir es, unsere Brotzeit an dem grossen Esstisch und bei Kerzenlicht einnehmen zu können, während draussen der Regen prasselt. Welch ein Luxus!!

26.02.2001
Das Frühstück bekommen wir auch an unseren Privattisch auf dem Zimmer serviert, und wir fühlen uns wie die Könige.
Draussen scheint wieder die Sonne, als wir uns endlich aufmachen. Gerhard hat immer noch keine Nachricht hinterlassen, also lassen wir ihm einen Zettel da, und fahren anschliessend raus zur Zona Franca, zur zollfreien Zone. Wir haben eine ganze Liste an Besorgungen, die wir hier erledigen wollen. Zur Abwechslung nehmen wir mal den Bus, auf moppedfahren haben wir heut keine Lust. Am Anfang können wir noch auf dem Stadtplan mitverfolgen, wie der Bus im Zick-Zack durch die Stadt fährt, aber schon bald ist er aus dem Stadtplan rausgefahren. Nur gut, dass unsere Haltestelle unverkennbar ist, und wir nicht zu weit fahren. Und kaum sind wir ausgestiegen, hupt es auch schon und Gerhard steht vor uns. Er hat uns schon gestern eine e-mail geschickt, dass er im 'Backpacker's Paradise' untergekommen ist, und dass er um 11.00 an der Turi-Info auf uns warten würde. Da haben wir uns ja nur knapp verpasst.
Die Zona Franca ist leider bei weitem nicht so ergiebig wie erhofft, lediglich Gerhard kann sich hier einen neuen Reifen besorgen. So sind wir schneller fertig als erwartet, und haben noch jede Menge Zeit. Es gibt natürlich trotzdem noch genug zu tun.
Zurück in der Stadt kann ich bei Comapa (s. Link) mit dem Verkaufsleiter sprechen, und so können wir morgen an der Schiffsfahrt zur Pinguinkolonie auf der Insel Magdalena teilnehmen. Das wär schon mal geregelt, Michi und ich setzen uns noch eine Stunde an den Strand, bevor ich mich für den Rest des Tages an die Arbeit mache und mich ans Laptop setze. Wir gehen nicht einmal mehr zum Essen aus, ich mache nur eine kurze Pause bei einer kalten Brotzeit.

27.02.2001
Um 2.30 hab ich erst das Licht ausgeschaltet, und bin dennoch noch nicht fertig geworden. Ich will aber unbedingt das komplette Upgrade noch hier in Chile machen, wo wie alles andere auch der Internet-Service wesentlich günstiger ist als in Argentinien. Das ist also heute meine vorerst letzte Chance, und ich muss mich ranhalten. Bis nach Mittag bin ich noch beschäftigt, bevor wir endlich aus dem Haus kommen. Um 14.00 sind wir mit Gerhard verabredet, das Update schaffe ich jetzt eh nicht mehr, denn um 15.30 müssen wir am Hafen sein, und vorher will ich noch bei der Transbordadora Broom vorsprechen. Die betreiben den Fährverkehr nach Porvenir, vielleicht können wir den auch gesponsert bekommen. Ich muss zwar eine Weile auf den stellvertretenden Geschäftsführer warten, aber Don Hector ist sofort bereit, uns die Plätze für die Moppeds auf der morgigen Fähre zu reservieren. Das klappt ja einwandfrei!!
Wenig später treffen wir beide, Don Hector und auch Don Mario von gestern, am Schiff zur Insel wieder, wo sie persönlich die Fahrzeuge einweisen und die Passagiere an Bord willkommen heissen.
Das Schiff Melinka fährt 2 Stunden lang durch die Magellanstrasse zur Isla Magdalena, die kleinste der drei Inseln kurz hinter der 2. Meeresenge von Magellan. Erstmalig wurden die 3 Inseln im 17. Jahrhundert in den Logbüchern der englischen und spanischen Seefahrer erwähnt, für die die Pinguine eine leichte Beute waren. Sie erzählten, dass sie innerhalb von 2-3 Stunden leicht 300 Stück erschlagen konnten. Trotz dieser Massaker sind von den hier ansässigen Magellanpinguinen genügend übrig geblieben, heute leben etwa 70.000 Paare auf der Insel. Sie bereiten sich derzeit auf ihre grosse Reise vor und wechseln gerade ihr Fell, denn Anfang März ziehen sie nach Norden, um in Brasilien zu überwintern.
Die Pinguine sind neben dem Leuchtturmwärter die einzigen Bewohner der Insel, und für eine Stunde lang sind wir ihre Gäste.
Erst um 22.00 sind wir wieder auf dem Festland. Schnell schnapp ich mir mein Laptop und setz mich noch ins I-Cafe, das zum Glück 24 Stunden/Tag geöffnet hat. Das wird wieder eine kurze Nacht, aber was macht man nicht alles, um alle Zuhausgebliebenen auf dem Laufenden zu halten, und wenigstens auf diese Weise an den Erlebnissen teilhaben zu lassen.

28.02.2001
Wir müssen früh raus, um 8.00 müssen wir uns am Hafen präsentieren. Es ist wieder die Melinka, dasselbe Schiff von gestern, das uns über die Magellanstrasse bringen wird. Es braucht dazu 2,5 Stunden, bis es uns in Porvenir wieder aussetzt. Nun sind wir auf Feuerland!! War es in Patagonien schon flach, so ist das hier nochmal eine Steigerung dazu. Überwiegend sehen wir vor uns blauen Himmel mit Schäfchenwölkchen, darunter einen flachen Streifen gelb-grüne Steppe. Der Wind hat hier auch wieder leichtes Spiel, und nutzt das natürlich gnadenlos aus. Nur gut, dass die Piste frei ist von den üblen Schotterhügeln, so macht es nichts, wenn ich hin- und hergeschaukelt werde.
Die ersten 50 km führt die Piste an der Küste entlang, und wir werden von ein paar Delfinen begleitet. Danach geht es landeinwärts Richtung San Sebastian. Gerne wären wir hier noch einmal in einen Supermarkt gegangen, bevor wir erneut nach Argentinien einreisen, aber hier gibt es mal wieder nichts ausser der Grenzstation. Im Eilverfahren werden wir durch die Formalitäten geschleust. An 3 Schaltern bekommen wir diverse Zettel, alle schön ordentlich offiziell abgestempelt. Am Ende werden sie aber allesamt wieder eingesammelt, wir stehen mit leeren Händen da, und ehe wir es uns versehen, stehen wir auf der anderen Seite vom Schlagbaum...


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