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unterwegs in




vom 11. April 2001

zum Paso del Sapo

Bariloche...

...und seine Schokolade

unterwegs nach San Martín

San Martin de los Andes

der Vulkan Lanín aus der Ferne

das Elektrizitätswerk El Chocón,...

...Pepes Arbeitsplatz

im Museum von El Chocón

argentinisches Asado bei Pepe

am Cañadon Escondido

Pepe und...

... die Dinos

ich und...

... die Dinos

mal wieder Abschied

die rettende Fähre...

...über den Fluss

überall Fels...

... in allen Variationen...

...und in allen Farben

wieder auf der Ruta 40

Schaf- und Ziegenherden...

...auf dem Weg in den Winter,...

... so auch Pferde und Kühe

heisse Thermen,...

nur noch von Hund und Katzen bewohnt

auf 2.100 m Höhe

auf dem Weg nach...

...ganz oben

Violeta springt am Morgen wirklich auf Anhieb an!! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich nun ein ganz normales Mopped haben soll, und abends nicht mehr darauf achten muss, wo ich es abstelle, um es am Morgen wieder zum Laufen bringen zu können.
Zum Abschied schauen wir nochmal in der Werkstatt vorbei, wo wir nach so langer Zeit schon fast zur Familie gehören. Ein letztes Gruppenfoto, dann machen wir uns endgültig auf den Weg. Wir halten uns brav an Daniels Anordnung, die ersten 1.000 km nicht so schnell zu fahren, und alle 100 km den Motor abkühlen zu lassen. Die Strecke kennen wir ja bereits, wir brauchen halt diesmal nur etwas länger. Noch dazu fängt es zu dieser mittlerweile fortgeschrittenen Jahreszeit schon recht früh zu dämmern an, sodass wir es nicht ganz bis zu der Stelle schaffen, an der Michi liegengeblieben war.
Wieder finden wir eine nette Stelle, wo der Fluss eine Schleife zieht, umgeben von den rötlichen Tafelbergen. Wir haben nur leider nicht viel davon, nur noch ein herrlicher Sonnenuntergang, und dann ist es um 20.00 bereits stockfinster.

12.04.2001
Ein paar Stunden weniger als genau 4 Wochen nach der Panne sind wir recht früh am Morgen wieder am Ort des Geschehens. Nur dass es diesmal deutlich kälter ist als letztes Mal. Kein Wunder, es ist inzwischen Herbst geworden.
Entgegen meiner Befürchtung ist die Piste auch hinter Cerro Condor noch ganz gut zu fahren. Die Landschaft ist grandios, das Tal zwischen den bizarren Felsen wird immer enger, und es sieht aus wie in Marlboro-Land. In dieser Gegend lässt die Mittagssonne das Thermometer auch wieder auf über 20° steigen.
Nach 100 km erreichen wir den abgelegenen Ort Paso del Sapo. Viele verirren sich nicht hierher, auf dem ganzen Weg sind wir einem einzigen Auto begegnet. Ab hier wird nun die Piste aber wieder breiter, und die Landschaft etwas karger. In Gualjaina ist mal wieder nichts ausgeschildert, und nur mit Hilfe der auf der Strasse spielenden einheimischen Kinder finden wir schlieslich die richtige Ausfallstrasse nach Esquel, das wir ohne Probleme oder weiteren Vorkommnisse am späten Nachmittag erreichen. Diese Etappe haben wir also diesmal erfolgreich hinter uns gebracht.
In Esquel ist es aufgrund seiner Nähe zu den Bergen schon wieder ziemlich kalt. Wir ziehen daher ein warmes Bett dem Campingplatz vor, wenngleich die Preise schon wieder gestiegen sind, jetzt wo die Wintersaison vor der Tür steht. Dennoch kommen wir ganz günstig im warmen Schlafsaal des Hogar del Mochilero unter. Und bevor die Sonne schon wieder hinter den Bergen verschwunden ist, schauen wir uns noch eilig den Ort an. Die historische Dampfeisenbahn, eine der 5 einzigen noch funktionierenden der Welt, und mit nur 75 cm schmalen Schienen, finden wir aber leider nicht vor.

13.04.2001
Bevor wir uns auf den Weg machen, frühstücken wir in der grossen Küche noch zusammen mit dem noch spät am Abend angekommenen Koreaner, der in Bariloche lebt und über's Osterwochenende mit dem Mopped ins über 1.000 km weiter südlich liegende El Chalten unterwegs ist, und mit der heute morgen per Bus aus Trelew angekommenen Engländerin, die vor ein paar Monaten in Ecuador losgezogen ist.
Wir wollen weiter nach Norden. Die Landschaft ist hier zwar wieder vielseitiger, aber wir sind definitiv zur falschen Jahreszeit hier. Statt der Seen, die einen im Sommer mit ihrem tiefen Blau beeindrucken, leuchtet nun das Herbstlaub in bunten Farben, und die Sonne steht den ganzen Tag über recht tief. Aber wir sind ja schon froh, dass sie überhaupt noch scheint. Es sieht nicht nur nach Herbst aus, es riecht auch so, nach moderndem Laub und Kastanien. So fahren wir auf gutem Schotter durch den Nationalpark Los Alerces, entlang am Lago Futalaufquen und Lago Rivadavia, ohne uns lange aufzuhalten. Auch Epuyen und den Lago Puelo links liegenlassend, erreichen wir zunächst El Bolsón. Seinen Charme verdankt dieser Ort den Hippies, die seit den 60-ern hierherkommen und in abgelegenen Hütten ein einfacheres Leben suchen. Wir fahren nur kurz die Hauptstrasse entlang, an der die zahlreichen Besucher die genauso zahlreichen Strassencafes bevölkern und die Nachmittagssonne geniessen. Wir hingegen fahren gleich weiter.
Inzwischen ist die Strasse wieder asphaltiert, daher kommen wir gut voran und schaffen die 120 km nach Bariloche in knappen 2 Stunden. Schnell haben wir auch das zentral gelegene Refugio gefunden, dessen Adresse ich mir schon in Esquel notiert hatte, und die Moppeds hinter dem Haus im von der nächsten, etwas höhergelegenen Strasse zugänglichen Hof abgestellt.
Eilig laden wir ab und gönnen uns nur 5 Minuten Pause, bevor wir den Ort erkunden. Viel gibt es hier sowieso nicht zu sehen, und das beste an Bariloche sind sowieso seine Schokoladenfabriken. Natürlich können wir es nicht lassen, davon zu kosten, und es fällt mir schwer, mich zurückzuhalten. Trotzdem, 80 g müssen reichen, in Anbetracht des schrumpfenden Geldbeutels.
Da wir nun in den nächsten Tagen bei ihm eintrudeln können, telefoniere ich jetzt auch schon mal mit Pepe, wie schon Alberto auch einer von den vieren, die ich vor 3 Jahren auf der Carretera getroffen hatte, und der schon die ganze Zeit auf uns wartet.

14.04.2001
Im Gegensatz zu Michi, der nur noch befürchtet, nicht mehr rechtzeitig vor dem Wintereinbruch an die hohen Pässe weiter im Norden zu kommen, und es nun daher so eilig hat, dass er alles andere auslassen will, möchte ich wenigstens eine Tagestour um den Lago Nahuel Huapi fahren, wenn wir schon durch diese ganze Gegend rasen als wollten wir eine 'Argentinien-in-14-Tagen'-Tour machen. Nur leider schreit das Wetter heute morgen wirklich nicht nach einem gemütlichen Ausflug. Der Himmel ist bewölkt, es sieht nach Regen aus, der See ist grau. Das bringt's wirklich nicht, und zu Michis Freude fahren wir halt wieder weiter, 190 km bis San Martin de los Andes. Bei schönem Wetter eine herrliche Strecke an 7 Seen entlang. Dieser Genuss bleibt uns aber heute verwehrt, es fängt sogar an zu regnen. Zum Glück aber nur ein paar Tropfen.
Wir kommen nach Villa La Angostura, ein nettes Bergdorf inmitten eines herrlichen Panoramas. Wieder machen wir leider nur Halt zum Tanken. Ich werde wohl doch nochmal herkommen müssen, irgendwann.
Hinter dem Ort gabelt sich die Strasse. Links geht es über den Pass nach Chile, wir nehmen die Lehmpiste rechts nach San Martin. Das sind 74 herrlich zu fahrende km. Solange es nicht nasser wird zumindest. Auch so schon vereinen sich auf dem Visier die Wassertropfen schnell mit dem aufgewirbelten Staub zu einer undurchsichtigen Brühe, und wir sehen aus wie die Schweine, als wir unterwegs Pause machen.
In San Martin de los Andes angekommen, beginnt erneut die Suche nach einer Unterkunft. Die Herberge aus dem Reiseführer scheint es gar nicht mehr zu geben, und an der in der Turi-Info angegebenen Jugendherberge fahren wir erst vorbei, bevor wir sie finden.
Gleiches Spiel wie schon die letzten Tage, abendliches Schlendern durch den Ort bei dunkler Nacht und Laternenschein. Neben der Kälte verstärken die Lichterketten an den Blockhäusern noch den trügerischen Eindruck, dass Weihnachten vor der Tür stehen muss.

15.04.2001
Wir haben einen harten Tag vor uns, denn wir wollen heute bis nach Villa El Chocon zu Pepe kommen, das sind über 300 km. Daher müssen wir früh los, und es ist noch ziemlich kalt draussen. Rauhreif bedeckt die Gärten, und wir packen uns warm ein. Violeta springt auch bei diesen Temperaturen einwandfrei an, diese Investition hat sich echt gelohnt!
Auf der ersten Etappe ist es auch noch ziemlich neblig, wir stecken mitten in den Wolken und das Visier beschlägt sofort, bis wir hinter Junin de los Andes endlich hoch genug kommen und durch die Wolkendecke stossen. Von hier haben wir nochmal eine herrliche Aussicht auf den Vulkan Lanin und die Bergwelt, die wir wieder hinter uns lassen, als wir über den letzten Gipfel fahren und auf einmal die Steppe erneut vor uns liegt. Wir kommen schneller voran als erwartet, und landeinwärts wird es zum Glück auch schon bald so warm, dass wir die wohlverdiente Mittagspause im T-Shirt halten können.
Gegen 16.00 erreichen wir Villa El Chocon, wo Pepe und seine Familie uns schon erwarten und uns herzlich empfangen. Zu ihrem typischen argentinischen Asado kommen wir zwar leider etwas zu spät, aber dafür führt uns Pepe am Nachmittag durch den Ort. Sehr gross ist er nicht, war er doch ursprünglich nur für die Angestellten des 1973 in Betrieb genommenen Wasserkraftwerkes gedacht. Hier kennt jeder jeden, und so schleust Pepe uns auch gratis an der Eintrittskasse des Museums vorbei. Hier ist das Skelett des bisher weltgrössten fleischfressenden Dinosaurier beherbergt, welches 1993 in der Nähe gefunden wurde.

16.04.2001
In Pepes Garage kann Michi in aller Ruhe seinen fälligen Ölwechsel machen, bevor wir nach dem Mittagessen Pepes Arbeitsplatz besuchen: es ist das 2.-grösste Wasserkraftwerk des Landes. Der angelegte Stausee ist 70 km lang, und 6 Generatoren produzieren insgesamt 1.200 MW Strom, der zu 90% über 1.200 km nach Buenos Aires geleitet wird. Ziemlich beeindruckend!
Anschliessend fährt Pepe mit uns nach Neuquen, wo wir Hugo besuchen, der dritte aus dem Bunde der damaligen Carretera-Austral-Tour. Beide zeigen sie uns den Ort, der allerdings nicht viel zu bieten hat.
Wieder zuhause ist hier Kindergeburtstag angesagt, Sebastian ist am Freitag 12 geworden., und so kommen wir doch noch in den Genuss eines Asado. Ansonsten wird der hierzulande auch nicht viel anders gefeiert als bei uns, die Musik ist viel zu laut und schrecklich, und wir Erwachsenen flüchten nach draussen, bis um Mitternacht die geladenen Gäste von ihren Eltern abgeholt werden.

17.04.2001
Wir schwingen uns auf die Moppeds, Michi und ich folgen Pepe und seiner KDX 200 zu den wenigen km entfernten Dinosaurierspuren. In dieser Felslandschaft fällt es nicht schwer, sich diese riesigen Viecher vorzustellen, wie sie hier gehaust haben.
Etwas weiter geht es noch zum Cañadon Escondido, einer 65 m tiefen Schlucht. Hier ist Pepes Revier, wo er immer Enduro fährt. Und bevor wir wieder umkehren, übergibt Pepe sein Mopped an Michi und schickt ihn durch eine etwas kleinere dieser Schluchten. Ich ziehe es vor, Violeta treu zu bleiben, und den Umweg über die Piste zu nehmen.
Gerade rechtzeitig sind wir wieder zurück, denn es beginnt zu regnen. Es ist aber nur ein Schauer, so wie sie hier üblich sind, und bald ist es wieder vorbei. Trotzdem verbringen wir den Nachmittag faul im Haus.

18.04.2001
War uns gestern der Regen noch ziemlich egal, so ist jetzt vor unserem Aufbruch das Gewitter in der Nacht schon wesentlich beunruhigender. Aber am Morgen scheint dann zum Glück doch wieder die Sonne, als wir erneut Abschied nehmen müssen. So ist das nunmal unterwegs, kaum hat man sich an die Leute und die Umgebung gewöhnt, muss man schon wieder weiter. Wer weiss, ob ich Pepe nochmal wiedersehen werde?!
Am Ortsausgang besuchen wir noch die originalgrosse Nachbildung des hier gefundenen Dinosauriers, dann machen wir uns endgültig auf und davon, Richtung Chile.
Eigenartig nur, dass wir immer Gegenwind haben, in welche Richtung wir auch fahren. So auch heute wieder. Aber wie schon auf der RN 3 können wir uns auch hier wieder hinter einen LKW klemmen, der uns mitnimmt bis ins 160 km entfernte Zapala. Er staubt uns nur ordentlich ein dabei, ich verschlucke jede Menge Staub, und die Sicht aus dem Visier lässt auch deutlich nach. Macht aber nix, denn unser heutiges Endziel ist das insgesamt 380 km entfernte Barrancas. Bei einer solch langen Etappe sind wir froh, wenigstens teilweise etwas schneller voranzukommen.
Hinter Zapala geht es dann eh nicht mehr so schnell vorwärts, auch wenn die Abkürzung über die Naturpiste, überwiegend ein Gemisch aus Stein und Sand, einwandfrei zu fahren ist.
Hier macht das Fahren wieder Spass, und erst recht, als wir hinter der ersten Bergkuppe auf einmal in ein ganz neues, beeindruckendes Panorama kurven, eine Landschaft, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben. Eine Wüste aus rotem Sandstein, und in unzähligen Farbtönen schimmern in der Sonne die unterschiedlichen Gesteinsschichten der sich abwechselnden weichen Hügel und spitz aufragenden Felsen. Mehrfach müssen wir durch zu dieser Jahreszeit ausgetrocknete Flussbetten, hier sorgen die sandigen Stellen für leichte Adrenalinschübe, und nur ein einziges Mal treffen wir auf eine wirkliche Wasserfurt. Die Gegend ist insgesamt ziemlich trocken, bis wir auf einmal um einen Felsen herum um die Ecke biegen, und unter uns ein breiter Fluss das nun vor uns liegende Tal durchquert. Oh Schreck, da werden wir ja wohl nicht auch durch müssen??! Auf der anderen Seite ist ein weiterführender Weg zu erkennen, aber weit und breit keine Brücke!
Der Weg stellt sich tatsächlich als unsere Piste heraus, aber wir haben Glück, es ist hier eine kleine, über eine Kurbel von Hand betriebene Fähre eingerichtet. Und die Mittagspause ist auch schon vorbei, wir können ohne zu warten gleich auffahren und werden sofort übergesetzt. Puhh, da bin ich ja nochmal glimpflich davongekommen!
Der Fährmeister erzählt uns, dass hier durchschnittlich ganze 5-6 Fahrzeuge/Tag vorbeikommen. Genauso einsam geht es weiter, wir begegnen nicht einem einzigen Fahrzeug, und die einzige Kreuzung unterwegs ist natürlich auch nicht ausgeschildert. So fahren wir einen kleinen Umweg, bis wir wieder auf die hier oben weiter im Norden besser ausgebaute und asphaltierte Ruta 40 kommen, die uns heute bis Buta Ranquil bringt. Nach dem Tanken suchen wir uns wenige km weiter wieder einen netten Platz zum Übernachten, und stellen diesmal unser Nachtlager hinter einem dieser von Wind und Wetter ausgewaschenen Felsen auf. Nicht mal 2 Stunden bleibt uns noch das Tageslicht erhalten, bis es gegen 19.00 schon wieder zu dämmern beginnt. Trotz der früh einbrechenden Dunkelheit bleibt es aber immerhin angenehm und frühlingshaft mild, und auch der Wind lässt am abend wieder nach.

19.04.2001
Wir haben falsch kalkuliert, die Sonne -unser Wecker- kommt nicht aus der erwarteten Richtung und braucht etwas länger, bis sie uns hinter unserem Felsen endlich erreicht und aufwärmt. Wir sind daher etwas später dran heute.
Als ich dann endlich aus unserem Versteck wieder raus auf die Strasse fahren will, stellen wir fest, dass ich nun auch noch einen Platten habe. Das kommt davon, wenn man am Abend zuvor einfach über die stacheligen Dornenbüsche drüberfährt, statt vorsichtig darum herum! Nur gut, dass Michi letztens darauf bestanden hat, einen Reifenpiloten zu besorgen. Die schuldigen 2 Dornen sind auch gleich gefunden, nur entfernen lassen sie sich nicht so einfach, vor allem, da ich jetzt erst merke, dass meine Zange wohl in der Werkstatt in Trelew geblieben ist. Verflixt!! Na gut, es muss auch anders gehen. Einen Stachel können wir schliesslich auch restlos entfernen, der zweite allerdings bricht ab und die Spitze bleibt stecken. So ein Mist! Aber was soll's, es hilft nichts, und nach Barrancas ist es nicht mehr so weit, ausserdem asphaltiert, es wird schon gehen.
Ich fahre schon mal vorsichtig los, während Michi noch seine Anziehprozedur hinter sich bringt. Weit komme ich gar nicht, als mir eine deutsche Africa Twin entgegenkommt und anhält. Es ist Oliver, dem wir schon im Süden auf der Ruta 40 begegnet waren, wo er geholfen hatte, Violeta nach meinem Sturz wieder anzuschieben, und dessen Mopped wir auch schon in San Martin wieder stehen sahen.
Oliver erzählt, dass die Tankstelle in Barrancas, die letzte vor dem Paso Pehuenche, über den wir nach Chile wollen, schon seit einem Monat keinen Nachschub mehr bekommen hat, und er daher auf dem Weg sei zurück nach Buta Ranquil, um dort zu tanken. Da waren wir zwar gerade erst gestern abend, aber es ist ja nicht so weit, und eine andere Wahl beibt eh nicht, also schliessen wir uns ihm an.
Hier lasse ich auch gleich für $ 3,- meinen Reifen flicken, der nach den paar gefahrenen km schon wieder leer ist. Im Gegensatz zum letzten Mal in Puerto Madryn geht das diesmal schnell und problemlos gleich bei der ersten Gomería.
Auch die Ersatzkanister und -flaschen sind nun voll, es kann also endgültig losgehen Richtung Paso Pehuenche, vorübergehend wieder zu dritt. Zunächst fahren wir noch durchgehend auf Asphalt, hinter Barrancas wechselt er sich ab mit Schotter, und ab der Abzweigung in Bardas Blancas gibt es nur noch Piste. Die Landschaft ist noch vielfältiger, roter Sandstein wie gestern, schwarzes Lavagestein, breite Hochtäler mit zartgelben Viehweiden, schneebedeckte Gipfel. Dazu bestes Wetter mit tiefblauem Himmel, Schäfchenwolken und Sonnenschein. Herrlich!!
Auf unserem Weg nach oben zum Pass treffen wir auf etliche Hindernisse: wir werden von grossen Schaf-, Ziegen-, Kuh- und Pferdeherden aufgehalten, die zu dieser Jahreszeit von den Gauchos ins Tal getrieben werden, um dort zu überwintern. Wir müssen durch mehrere Wasserfurten durch, und in Las Loicas, 30 km vor dem Pass, müssen wir durch den argentinischen Zoll. Die Formalitäten sind aber schnell erledigt, und wir dürfen weiter.
Nach weiteren 10 km zweigt die Piste ab zu den irgendwelchen Thermen, die wir wiederum nach 10 km erreichen. Der Weg ist heute noch ganz gut zu fahren, aber es ist an den tiefen Spuren mal wieder deutlich zu erkennen, dass wir morgen ein Problem haben werden, falls es heute nacht zu regnen gedenken sollte. Denn wir stellen hier oben auf 2.100 m Höhe unsere Zelte auf, an den inzwischen verlassenen Thermen, deren Betreiber auch jahreszeitlich bedingt schon abgezogen sind. Jetzt wohnen hier nur noch ein Hund mit seinen 2 Katzen, die sich alle drei sehr über den überraschenden und vermutlich seltenen Besuch freuen.
Den ganzen Abend verbringen wir unter sternklarem Himmel im 37° heissen Wasser. Welch ein Genuss!!

20.04.2001
Es hat zum Glück nicht geregnet, wir können beruhigt den Rückweg antreten, der auch so in trockenem Zustand mit seinen tiefen Spurrillen nicht ganz einfach zu fahren ist, zumindest für mich.
An der Gabelung geht es wieder weiter bergauf, der Weg ist oft genug auch nicht viel besser als der zu den Thermen. Die Wasserfurten sind am Morgen noch zugefroren, aber hier oben hat die Sonne noch ganz ordentlich Kraft, und es wird richtig warm. Noch 30 km sind es bis ganz oben auf knapp 2.600 m, für mich ziehen sie sich schon ganz schön hin, Michi und Oliver sind vermutlich schon Stunden vor mir hier angekommen.
Hinter der Passhoehe -auf der auch die Grenze ist-, dahinter also, schon wieder auf dem Weg nach unten liegt noch ein herrlich türkisblauer See, die Laguna del Maule, nach 30 km kommen wir an die erste chilenische Kontrolle...


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