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vom 21. März 2001

das Dreiländereck von ...

...Argentinien, Brasilien, Paraguay

die Cataratas von Iguazu...

...von ganz weit weg...

...von etwas näher...

...und von ganz nah

mein neuer Freund der Gecco...

...und die Schmetterlinge

im LKW auf Safari...

...zur Garganta del Diablo

Erfrischung im Pool

im Bus von Tigre Iguazú

la Casa de Alberto

Albertos Restaurant

Abschied

Schon 3 Stunden vor der angegebenen Zeit erreichen wir gegen 8.00 Puerto Iguazú, und noch ganz verschlafen torkeln wir aus dem Bus. Die Hitze, die uns gleich entgegenschlägt, erinnert uns daran, dass wir uns jetzt in subtropischem Klima befinden. Daran müssen wir uns erst noch gewöhnen, bei diesem krassen Sprung von der patagonischen Kälte in die tropische Hitze des Nordens. Noch dazu, wo wir doch jetzt zu Fuss unterwegs sind, und auch noch unsere schweren Rucksäcke schleppen müssen. Damit nicht genug, der Campingplatz befindet sich auch noch ganz am Ortseingang, und wir sind klatschnass geschwitzt und halb verdurstet, als wir endlich da ankommen. Statt nach Sonne suchen wir hier lieber nach einem schönen Schattenplatz für das Zelt.
Erstmal werden wieder die tief unten im Rucksack verbannten Shorts und Sandalen hervorgekramt, dann ruhen wir uns während der grössten Mittagshitze noch etwas aus von der trotz des bequemen Busses doch recht anstrengenden Fahrt. Als wir dann gerade wieder unsere 7 Sinne zusammensuchen und uns den Ort anschauen wollen, verdunkelt sich auf einmal der Himmel und zieht sich in Minutenschnelle mit Wolken zu. Das Gewitter, das gleich darauf losbricht, sorgt für eine angenehme Abkühlung, und ist nach einer knappen Stunde genauso schnell wieder vorbei, wie es angefangen hat. Das ist hier wirklich eine ganz andere Welt.
Jetzt können wir es wagen und machen uns zunächst auf die Suche nach der Turi-Info, um uns nach der besten Möglichkeit zu erkundigen, morgen die Wasserfälle zu besichtigen.
Beim anschliessenden Rundgang durch den Ort kommen wir an den Aussichtspunkt über das Dreiländereck, wo die beiden Flüsse Paraná und Iguazú zusammenlaufen und somit die drei Länder Argentinien, Brasilien und Paraguay voneinander trennen.
Am Abend erfrischt sich Michi noch in dem zum Campingplatz gehörenden Swimmingpool. Mir sieht allerdings diese eklig grüne Brühe zu giftig aus, ich bevorzuge eine kühle Dusche.

22.03.2001
Unsere innere Uhr funktioniert noch ganz gut, und so sind wir rechtzeitig wach, um um 7.40 den Bus zum Nationalpark zu erwischen. Erst dort genehmigen wir uns ein Frühstück unter Palmen, um uns dann gestärkt auf den Weg zu machen, die Wasserfälle zu besichtigen.
Über Stege führen 2 Wege an das Wasser heran. Wir beginnen mit dem etwas kürzeren, dem oberen Weg, und schon nach wenigen hundert Metern hat man auf einmal das ganze Panorama vor sich! Welch beeindruckende Aussicht schon aus der Ferne!! Und je näher man kommt, umso deutlicher wird einem, was für Wassermassen sich hier herabstürzen und welche Kraft sie haben. Einfach gigantisch!! Und an manche der einzelnen Fälle kommen wir so dicht heran, dass wir fast die Hand hineinhalten können.
Der zweite über 1 km lange Weg führt von unten an die Fälle heran, und auch hier kommen wir so dicht ran, dass man schreien muss, um sich bei dem Getöse zu verständigen. Und es geht noch weiter, im Boot kann man übersetzen auf die Insel San Martin. Hier kommt man an einen der stärksten Fälle, eine Dusche ist nicht zu vermeiden. Das ist aber nicht weiter schlimm, im Gegenteil, bei diesen Temperaturen ist uns so eine Erfrischung jederzeit willkommen.
Wir sind zwar schon etwas erledigt von der Hitze und der Feuchtigkeit, aber wir haben immer noch längst nicht alles gesehen!! Per Bus erreicht man etwas weiter Puerto Canoas, statt Wasser kann man hier in einem kurzen Zwischenspiel die üppige Vegetation des Urwaldes bewundern. Denn nicht nur das Klima ist subtropisch, sondern auch die Landschaft, die von rotbraunen, palmengesäumten Pisten geprägt ist. Singende Papageien und zirpende Grillen bilden die dazugehörige Geräuschkulisse. Und erst halten wir es für fallendes Herbstlaub, was uns da ständig umwirbelt, bis uns einfällt, dass das ja gar nicht sein kann. Erst bei genauerem Hinsehen erkennen wir, dass es unzählige bunte Schmetterlinge sind, die die Safari-LKWs umflattern, in die wir verfrachtet werden, und die uns über diese rot-erdige Piste durch den Urwald hindurch ans Wasser bringen. Erneut steigen wir um, diesmal in ein Boot, das uns zum Steg bringt, der wiederum über den Fluss direkt an die Garganta del Diablo (Teufelsschlund) führt. Das Wasser stürzt von 3 Seiten mit einer solchen Kraft hinab, dass die hochspritzende Gischt die Sicht nach unten total einnebelt. Wahnsinn! Und wir stehen ganz winzig da zwischendrin!
Von soviel Wasser ganz erschlagen, treten wir nun schliesslich erschöpft den Rückweg an. Noch ein stärkendes Abendessen, dann haben wir genug für heute. Sowieso sind die Tage hier sehr kurz, um 19.00 ist es stockfinster! Und danach beginnt der Kampf gegen die Mücken, den ich grundsätzlich immer verliere. Es dauert nicht lange, und ich bin total zerstochen. Bis ins Zelt hinein verfolgen mich die Biester. Zugegeben, sie haben hier leichtes Spiel, denn es ist selbst nachts so warm, dass unsere guten Yeti-Schlafsäcke völlig überflüssig ist.

23.03.2001
Gleich in der Früh bauen wir schon das Zelt ab, noch bevor es wieder richtig heiss wird. Wir haben noch jede Menge Zeit, unser Bus zurück nach Buenos Aires geht erst um 16.00, bis dahin machen wir das einzig Vernünftige bei diesem feucht-heissen Klima: wir legen uns faul an den Pool in den Schatten der Palmen. Bloss nicht zuviel bewegen! Das ist endlich mal wieder richtiger Urlaub!
Der einzige Stress sind die e-mails mit Deutschland wegen der blöden Ersatzteile. Ich kann schon bald nichts mehr davon hören. Nach etlichem Hin und Her stellt sich schliesslich heraus, dass auch das Zahnrad, das Michi zuhause hat, schon zu angegriffen ist und es sich nicht auszahlt, es herschicken zu lassen. Also müssen wir nochmal mit Daniel, dem Mechaniker in Trelew, telefonieren. Der ist inzwischen zuversichtlich und meint, das besagte Teil bis Donnerstag zu bekommen. Das wiederum kann bedeuten, dass Michi sein Mopped bis Samstag wiederhaben könnte. Das lässt doch wieder hoffen.
Die Zeit vergeht nun wieder viel zu schnell, wir müssen los und schleppen uns zum Bus. Immerhin, der ist nagelneu, es ist angenehm kühl hier drin und es gibt eisgekühlten Saft, die Sitze lassen sich schön weit zurücklehnen, es verspricht eine angenehme Rückfahrt zu werden.

24.03.2001
Diesmal kommen wir gegen Mittag in Buenos Aires an, wo wir die nächsten paar Tage zuhause bei Alberto bleiben können. Es tut richtig gut, mal wieder ein solches Zuhause zu haben, einfach mal nur nichts zu tun, ausgiebig duschen und Wäsche waschen zu können.
Ausserdem bekommen wir auch endlich mal wieder ein bisschen was zumindest vom nationalen Geschehen mit, und wir erfahren, dass es innerhalb von 2 Wochen 3 verschiedene Wirtschaftsminister gegeben hat. Mangels weiterer Kandidaten hat nun wieder Cavallo dieses Amt übernommen, welches er schon vor ein paar Jahren innehatte, und damals verantwortlich zeichnete für die Gleichstellung des Pesos mit dem Dollar. Das ganze Volk ist in Aufruhr, und folgt gespannt seinen Reden im Radio und im Fernsehen, was er wohl diesmal für Pläne hat, um das Land aus der Krise zu führen, in der es sich befindet.

25.03.2001
Es war gestern abend spät geworden, und wir schlafen mal so richtig lange aus. Das Frühstück wird zum Brunch, und es ist schon fast später Nachmittag, als Michi und ich losziehen, um uns das bohèm'sche Viertel San Telmo anzuschauen. Zahlreiche Strassenkünstler, Musiker, Tänzer, Puppenspieler, bieten ein buntes Schauspiel. Wir mischen uns unter das fröhliche Volk, flanieren durch die engen Gassen, und beobachten das Treiben bei einer köstlichen heissen Schokolade in einem gemütlichen Strassencafe. Buenos Aires hat einfach die besten Konditoreien, und das beste Eis von ganz Südamerika. Ich kann davon gar nicht genug bekommen.
Fast gehen wir auch noch ins Theater. Eine Gratis-Vorstellung eines experimentellen Theaters. Wir haben schon die Eintrittskarten mit den Sitzplätzen und warten nur noch aif den Einlass, da bekommt Michi doch herzflattern, als er sieht, wie wohl eine der Schauspielerinnen sich unters Publikum mischt und die Leute anspricht. So etwas traut er seinen immer noch etwas bescheidenen Sprachkenntnissen dann doch nicht zu, Also verschenken wir die Karten weiter und ziehen durch das nächtliche Buenos Aires von dannen.

26.03.2001
Es ist Montag, die Läden haben wieder offen, shoppen ist angesagt. Ich hätte gerne einen 2. Satz Akkus für meine Digi-Cam. Wenn es die nicht hier in Buenos Aires gibt, dann bekomme ich sie auch sonst nirgends mehr in Südamerika. Alberto hat auch schon die Adresse von einem Spezialladen ausfindig gemacht, der alle möglichen Batterien hat. Und tatsächlich bekomme ich da, was ich suche, nicht teurer als in Deutschland. Wunderbar! Auch Michi nimmt sich welche mit, dazu besorgt er sich in einem weiteren Laden den passenden Halter, um sie dann an der Moppedbatterie laden zu können. Bin ja schon mal neugierig, ob das wirklich funktioniert!
Diesmal treffen wir auch Paul in seinem Laden in der Avda. Cerrito an. Sein Motorradschaden, wegen dem er in Puerto Madryn hängengeblieben war, war nicht so schlimm, sein Mopped war schon nach wenigen Tagen wieder fit, und nur 4 Tage später als geplant war er wieder in Buenos Aires.
Paul hat hier so günstige Reifen, dass Michi schwach wird, und schon fast einen kauft, obwohl er jetzt eigentlich noch gar keinen mitschleppen will. Das fällt ihm dann auch gerade rechtzeitig wieder ein.
Unser letzter Programmpunkt ist das Ticket für die morgige Weiterfahrt. Wir wollen noch ein paar Tage nach Mar del Plata, an den Strand. Diesmal muss ich für die Tickets richtig arbeiten. Es gibt jede Menge Gesellschaften, die die Fahrt nach Mar del Plata anbieten. Im Busterminal gehe ich von einem zum anderen und frage bei allen an, und wenn ich nicht gleich eine Absage bekommen, dann erhalte ich nur die Telefonnummer der Geschäftsleitung. Fast hab ich die Hoffnung schon aufgegeben, als es dann beim allerletzten Anruf doch noch klappt. Die Busgesellschaft Micromar zeigt sich kooperativ und stellt uns die Tickets.
Zum Abschied essen wir am Abend noch einmal alle zusammen bei Alberto im Mascarpone. Nachdem wir das letzte Mal Pasta gegessen hatten, müssen wir heute seine Pizzen probieren. Auch die sind total lecker, und wir sitzen in fröhlicher Runde beisammen, bis Alberto um 1.00 beginnt, die Rolläden dicht zu machen.


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